Gestern

Niederschrift zum 50. Gründungsfest im Jahr 1975 vorgetragen durch Herrn Josef Schur (Schneidermeister) und langjähriger Klarinettist.

Sehr verehrte Gäste!

Es ist mir die ehrenvolle Aufgabe zugeordnet worden, den Werdegang der Musikkapelle Gablingen in den vergangenen 50 Jahren zum Vortrag zu bringen.

Wenn man bei einer Musikkapelle 50 Jahre zurückblickt, so darf man mit gutem Recht sagen, dass in diesen Jahren ein gutes Stück Arbeit, Opfergeist und Idealismus enthalten sind. Aber alle diese Mühe verwandelt sich in Freude, wenn man mit der Musik mithelfen kann zum Gelingen eines schönen Festes und anderen Menschen damit eine Freude bereitet. In der Zeit des raschen Wandels, des Wegwerfkonsums und immer drängender Hast tut es Not das wirklich schöne und wichtige Gut der Volksmusik zu bewahren und zu pflegen. Nur wer weiß, wie früher gedacht und empfunden wurde, begreift wie heute in zunehmendem Maße kulturelle Werte erschreckend ungesichert erscheinen. Im Gegensatz zu den kurzlebigen, oft künstlich hochgespielten Sensationserfolgen der Schlagermusik bleiben in der Pflege guter Blasmusik Werte erhalten, die über die Jahre hinaus Ihren Glanz und ihre Popularität behalten.

Als im Jahre 1925 der damalige Präses des kath. Burschenvereins Kaplan Josef Schmuttermeier und Vorstand Josef Förg den Burschen den Vorschlag machte eine eigene Musikkapelle zu gründen, meldeten sich 18 junge Burschen die bereit waren ein Instrument zu kaufen. Der Bombardon (Tuba), der damals 400 Mark kostete wurde von der Gemeinde Gablingen bezahlt. Unter der Ausbildung von Herrn Oberlehrer Sommerer und ein Jahr später durch Herrn Obermusikmeister Georg Pröll konnte die Kapelle 1926 zum 50-jährigen Gründungsfest der Freiwilligen Feuerwehr Gablingen schon als Festmusik eingesetzt werden. Beim 110-jährigen Stiftungsfest der Stadtkapelle Krumbach im Mai 1927, verbunden mit einem Wertungsspiel, konnte die Musikkapelle Gablingen einen 1. Rang, der mit einem Silberpokal ausgezeichnet war, erreichen. Von diesem Fest liegt noch ein vollständiges Programm auf.

Das größte und schönste Erlebnis war das Zusammenspiel mit den ehemaligen 15ern anlässlich des 50-jährigen Militärjubiläums von Obermusikmeister Pröll im Rennbahnsaal Neuburg.

Im weiteren Verlauf der Jahre war die Hauptaufgabe der Kapelle, Feste zu gestalten, Hochzeiten und Tanzveranstaltungen zu spielen. Nicht unerwähnt darf die viele Probenarbeit von Schneidermeister Herrn Heinrich Streidl bleiben, der zusätzlich zu den Proben von Herrn Pröll wöchentlich noch zwei Proben unentgeltlich leitete.

Als Herr Obermusikmeister Georg Pröll im Jahre 1932 verstarb, übernahm Herr Heinrich Streidl die Leitung der Kapelle. Nach dem zweiten Weltkrieg trat die Kapelle im Jahre 1948 mit neun Mann stark bei einer Theateraufführung des Sportvereins zum ersten Mal wieder auf. Im Jahre 1953 wurde dann auf Veranlassung von Herrn Josef Schur durch Herrn Bürgermeister Peter Geisenberger eine 22 Mitglieder starke Kapelle aufgestellt. Die Ausbildung übernahm Herr Alois Tappeiner aus Augsburg.

Zum ersten Vorstand wurde Herr Xaver Sapper gewählt. Unter seiner Führung nahm die Kapelle im Jahr 1955 am 1. Bezirksmusikfest des Bezirkes XV in Gersthofen teil. Im Jahre 1958 wurde Herr Johann Steppich zum 1. Vorstand gewählt. Herr Steppich bemühte sich erfolgreich, der Kapelle neue junge Kräfte zuzuführen, die von Herrn Josef Schur in dankenswerter Weise ihre Grundausbildung erhielten.

Nach dem Tod von Herrn Alois Tappeiner im Jahr 1960 leitete Herr Josef Schur die Kapelle bis zum Jahr 1963. Unter seiner Leitung nahm die Kapelle am Bezirksmusikfest in Wertingen im Jahre 1963 teil und erreichte einen zweiten Rang. Noch im selben Jahr konnte Herr Schmidt-Täubner, Dirigent der Schwäbischen Bläserbuben, als Dirigent gewonnen werden. Als Herr Johann Steppich sein Amt als 1. Vorstand zur Verfügung stellte, wurde Herr Adolf Auernhammer (Schmiedemeister) in dieses Amt eingesetzt.

In seiner Amtszeit wurde beachtliches geleistet, er bemühte sich um eine einheitliche Kleidung der Kapelle im Jahre 1964 welche sich der Art der Tracht im Allgäu-Schwäbischen-Musikbund anglich. Mit Herrn Adolf Auernhammer reiste die Kapelle am 11. Juni 1966 erstmals ins Ausland, zum 40-jährigen Gründungsfest der Trachtenkapelle Leonding / Oberösterreich. Schon zwei Wochen später konnte man die Trachtenkapelle Leonding anlässlich einer Frankreichreise in Gablingen begrüßen. Im Jahre 1965 nahm die Kapelle unter der Leitung von Herrn Schmidt-Täubner am Bezirksmusikfest in Zusmarshausen teil und erreichte einen 1. Rang.

Weiter beteiligte sich die Kapelle an folgenden Bezirks- und Bundesmusikfesten:
1966 in Buttenwiesen mit einem 1. Rang
1967 Bundesmusikfest in Memmingen mit einem 2. Rang in der Oberstufe
1968 in Welden mit einem 1. Rang
1971 in Bonstetten mit einem 1. Rang mit Auszeichnung
1973 Bundesmusikfest in Sonthofen mit einem 1. Rang in der Mittelstufe
1975 in Gersthofen mit einem 1. Rang mit Auszeichnung.

Den Höhepunkt in diesem Jahr bildete die Beteiligung am Festival International zum 20-jährigen Bestehen der Schwäbischen Bläserbuben in Gersthofen. 1972 weilte die belgische Jugendfanfare Kortrijk in Gablingen. Die Gablinger Bevölkerung bereitete dieser Jugendkapelle einen begeisternden Empfang.

Von 1968 – 1970 fungierte Herr Rolf Wagner als 1. Vorstand, der mit seinen Musikern zweimal nach Neustadt a. d. Weinstraße in die Rheinpfalz zum traditionellen Winzerfest reiste. Im Jahr 1971 wurde Herr Adolf Schaller zum 1. Vorstand gewählt. Unter der vorbildlichen Führung des 1. Vorstandes Herr Schaller und unter der Leitung ihres Dirigenten Herr Schmidt-Täubner kann die Musikkapelle Gablingen ihr 50-jähriges Gründungsfest feiern, mit dem besten Willen ihre Dienste der Gemeinschaft zur Verfügung zu stellen und die Liebe zur Musik wachzuhalten. Herr Schmidt-Täubner bildet heute auch den Nachwuchs für unsere Kapelle bei den Schwäbischen-Bläserbuben Gersthofen aus.

Am Ende meiner Ausführungen möchte ich meinen Dank an die Gemeinde Gablingen aussprechen, für die finanzielle Hilfe zur Beschaffung der Trachten und Instrumente.


Niederschrift zum 50. Gründungsfest im Jahr 1975 vorgetragen durch Herrn Josef Schur (Schneidermeister) und langjähriger Klarinettist.

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